Ein grosses Stueck Kueste
Die letzten Wochen wirkten unsere Koepfe wie ein riesiges Bilderbuch, das viel
schneller gefuellt wird, als dass man es anschauen kann! Viel zu verarbeiten und wir wissen gar nicht recht wo wir mit dem erzaehlen anfangen sollen, da uns alles schon wieder ewig
vorkommt!!
Nach Melbourne ging es also zur Mornington Peninsula. Vom dortigen Berg,
'Arthurs Seat', hatte man mal wieder einen tollen Ausblick ueber die grosse Bucht mit kilomterlangen Strand. Leider hat das Wetter nicht so ganz mitgespielt, aber unter dem Sonnenschirm laesst
sich auch im Regen gut kochen :o). Ausserdem haben wir von dort an Gefallen daran gefunden kostenlos zu uebernachten, um natuerlich das immer knapp werdendere Geld zu
sparen...
Anschliessend ging es dem Princes Highway entlang nach Nicolson, wo wir unser
Nachtlager an einer Bootsrampe aufschlugen. Um unsere Handies etc. mal wieder laden zu koennen, trafen wir am naechsten Tag ein paar 100km weiter der Kueste entlang in Enden auf einem Cp ein, was
dann auch schon zum naechsten Bundesstaat New South Wales ein. Unterwegs kamen wir zufaellig durch einen netten Ort, wo am Strand die Victoria Lifesaving Championships stattfanden. Der Strand war
rappel voll mit Kindern, Zuschauern und Teilnehmer aller Al;tersklassen, die verschiedene Wettkaempfe wie Strandsprinten, Surfen auf Rettungssurfboards und eineige andere Sportarten, die wir noch
nicht kannten, bestritten.
Nach Eden sind wir Gott sei Dank nicht so weit gefahren, denn wir merkten
leider erst relativ spaet, dass wir dort unsere Joggingschuhe vergessen hatten und wir so ein ganzes Stueck wierder zurueck fahren mussten. Da wir noch heufiger an der Unterkunft sparen wollten,
fanden wir in Tatra einen Strandparkplatz. Nach einem gemuetlichen Stuendchen in der Sonne und leckeren Nudeln mit Pesto, tauchte zu unserem Pech leider ein Aufseher auf. Er schien wohl nur
darauf zu warten uns Busgeld abzuzocken. Die Caravanparks erschien uns zu teuer und so landeten wir schliesslich mit einem etwas schleimigen aelteren Herrn und seine zu dicken Katze neben einem
Klaerwerk kurz ausserhalb des Ortes wieder.
Die naexten Tage folgten wir weiterhin der Kueste, uebernachteten mit anderen
Campern an einer Kiesgrube am Strassenrand im Wald, mal wieder 2 Tage auf einem CP in Wollongong und fuhren schliesslich mitten durch Sydney und ueber die Harbour Bridge, was ein eicht geiles
Gefuehl war. Ein ein Stueckchen weiter kamen wir nach Port Stephens, einem Feriengebiet mit richtig grossen Sandduenen, so wie man es sich eigentlich nur in der Wueste vorstellt! Purer
gelber Sand! Hier erwies sich die Schlafplatzsuche allerdings als etwas komplizierter, da ueberall Schilder mit 'No Camping" oder "No Overnightsleeping' standen. Ein netter Tankstellenwaerter lies uns dann aber doch noch an seiner Tankstelle schlafen. Allgemein stellten wir fest, dass es sich an 24h ueberwachten BP Tanken am besten
schlafen lies. So auch ein, zwei Tage spaeter in Port Macquarie, wieder etwas weiter noerdlich an der Ostkueste. Hier verbrachten wir einen schoenen Tag am Strand und fingen uns auch
gleich mal einen Sonnenbrand ein, trotz 30+ Sonnencreme. Hier stellten wir dann auch unser Auto ins Internet, da wir frueh genug Anfangen wollten es wieder loszuwerden.
In Coffs Harbor versuchte sich Anja dann zum ersten mal mir dem Surfen. 2h koennen einem ploetzlich ganz schoen lang vorkommen und es
ist echt schwierig sich auf dem Brett zu halten. Hat aber riesig Spass gemacht!!
Nach einer Nacht in Yamba, wo es wirklich malerisch aussah, kamen wir
am in Byron bay an. Diesen ziemlich touristischen Backpacker- und Surfer-Ort haben wir uns etwas groesser und nicht zu
ueberlaufen vorgestellt. Allerdings, da hier wie gesagt viel Backpacker haengen bleiben, folgten wir dem Tip eines netten Manns und tapezierten unser Auto mit 'Must Sale"-Plakaten. Das Auto wurde
dann neben einer Reihe anderer For Sale Autos vor dem Supermarkt gut sichtbar abgestellt. Da wir nach 4 Tagen, die wir die meiste Zeit am Strand oder mit bummeln verbrachten, noch keinen
ernsthaften Iteressenten gefunden hatten, brachen wir auf Richtung Goald Coast, um dort unser Glueck zu versuchen.
Die Gold Coast besteht aus einem ewig langem Kuestenstreifen und erstreckt sich von Twead Heads bis nach Surfers Paradise. Sandstrand,
riesige Hotelblocks und Einkaufszentren so weit das Auge reicht! Direkt durch Twead Heads geht die Grenze von NSW zu Queensland, wo wir schon wieder unsere Uhr umstellen mussten. Innerhalb eines
Ortes um 1h, da wird man ja noch ganz kirre! Die folgenden 4 Tage verbrachten wir in und um Surfers Paradise herum. Den Schlafpaltz 10m entfernt vom Strand und weitere 10m in die andere
Richtung vor einem riesigen Hotelkomplex. Hier lies es sich erstmal stressfrei aushalten, nur die staendigen Gedanken an den Autoverkauf raubten uns die Nerven!
Am 29.03 machten wir uns dann auf nach Brisbane, denn wir hofften, dass unsere Chancen, das Auto loszuwerden, in der Stadt besser
stuenden. Ausserdem hatten wir hier wieder das Glueck einer kostenlosen Unterkunft, da wir in einem Hostel naehe der Innenstadt einen Putzjob fanden. Leider
fand als wir ankamen gerade ein Football spiel statt, sodass man in der gesamten Innenstadt nur 15min parken durfte. Wir fuhren also alle 2h mit dem Auto aus dem Coles (Supermarkt) Parkhaus raus
und wieder rein, um die 2h kostenlos Parken zu nutzen und keinen Strafzettel zu kassieren^^ Dummerweise sagte uns auch der erste Interessent, der sich auf die Internetanzeige gemeldet
hatte, ab. Als wir 2 Tage spaeter dann noch zwei weitere Pleiten einfingen, obwohl wir uns diemal wirklich sicher gewesen sind, dass alles gut laeuft, treib uns das nur noch weiter in ein
dunkles Loch der tiefen Verzeiflung!! Es gab einfach viel zu viel Angebot in der Stadt, da eine menge Backpacker in dieser Zeit ihre Auto verkaufen wollen
und zu wenig Nachfrage. Dazu kommt, dass unser Auto mit da steuerste hier war. Wir hatten eben keine Schrottkiste auf vier Raedern wie der Rest, sondern in echt gutes Auto! Wir hingen unsere
Anzeigen in so gut wie jedem Hostel aus und machten uns mit Warten halb verrueckt. Die kostenlose Unterkunft machte es uns da auch kein Stueck leichter, denn statt einem 5 Sterne Luxushostel
(wie ausgeschrieben), handelte es sich um das Schlechteste, was uns und auch anderen je untergekommen ist!!
Zimmer: 12 Betten, riesiges Chaos und Unordnung
Mitbewohner: 4 mega nervige Englaender, die uns Gott sei Dank bald verliesen, 2 Hollaender, 2 netten Englaenderinnen, 1
Franzosin und 1 Italienerin
Sonst teilten wir unser Zimmer mit Maeusen, Kakerlaken, deren Hauptwohnsich sich aber eher in der Kueche befand, Ameisen, die zum
Abtransport der auf dem rueckenliegenden Kakerlaken dienten und sonst ueberall waren, Bettwanzen, von deren Bissen wir bins kurz vor Schluss verschont blieben... Die Bettlaken sind uebrigens mit
Blutflecken der bereits getoeteten Bedbugs ueberseht.
Job: Anja, Putzen von ca 9-11 Uhr mit lahmer Putzfrau von den Solomon Inseln (man versteht kaum ein Wort), vopn der wir lernten,
dass der Schwamm fuer die Toiletten auch fuer Waschbecken und Spiegel verwendet werden sollte. Lecker!! Jeder Versuch dies durch gute deutsche Hausfrauenweise zu revolutionieren scheiterte
klaeglich!!
Job: Kerstin, Putz von ca 21-23 Uhr, ueberschwemmte Baeder und v.a. massig Geschirr abspuelen von anderen machte ihr
besonders Spass! Nach kurzer Einarbeitung war sie auch richtig gut darin Leute aus der Kueche zu schmeissen, die gerade durch ihr Frischgeputztes liefen. Auch mir der Beobachtung wie lange es dauert bis eine Kakalake ameisentransportfaehig ist, macht beim Essen aeusserst Spass. (Wettbuero wurde von Jan Seher eingerichtet,
Wetteinsaetze, Fragen und Anregungen bitte an ihn
Agathe ist bisher die Schnellste^^)
Sehr deprimieren, dass sich direkt neben an ein nagelneues YHA Hostel befindet. Einen Luxus, den
wir uns leider nicht Leisten konnten. Da wir unser Auto noch nicht verkauft hatten und die Kueche echt wiederlich war, bestand der grobe Essensplan aus Toastbrot und Obst. Aber man gewoehnt sich
ja schliesslich an alles, so auch an den Dreck in der Kueche...
Mit dem Karfreitag (hier GOOD Friday) kam dann endlich doch noch der erloesende Tag: Ein neuer Besitzer fuer unser Auto war gefunden.
Ein franzoesiches Paeaerchen wollte es unbedingt haben. Um das Auto wirklich verkaufen zu koennen, benoetigte es aber noch einen Sicherheitscheck, der uns zu ueberraschender Weise nochmals eine
ganze Stange Geld kostete, weil die Bremsbelaege erneuert werden mussten... Mit einem traurigen Auge verkauften wir unser Auto leider ziemlich unter Wert, aus Angst es gar nicht mehr
loszuwerden. (Die Franzosen haben uns ganz schoen runtergehandelt) Mit dem lachendem Auge sind wir jetzt aber doch total froh, dass alles glatt ueber die Buehen gelaufen ist! Von dem neu
erstandenen Geld leisteten wir uns dann gleich mal Tickets fuer eine Segeltour um die Whitsunday Inseln und einen Schnorcheltrip am Great Barrier Reef und ein Busticket nach Cairns fuer die
verbleibende Zeit.
Morgen (Sonntag, 11.04.2010) geht es dann weiter den Rest der ostkueste erkunden, Next Stop: Noosa
Die Freude ist gross, wie wir allerdingsunser ganzes Gepaeckt mitschleppen wollen wissen wir jetzt (21.25 Uhr und Kerstin muss noch
putzen) noch nicht ;o)
Bevor wirs vergessen, Brisbane ist uebrigens ganz nett, schoener Fluss durch die Stadt mit tollen Bruecken, und am City Beach laesst
sichs auch gut aushalten. Sonst rein von der Stadt her gesehen, ist es hier nicht sonderlich spaektakulaer (aufgrund des Autostress haben wir aber acuh nicht 'alles' gesehn). Melbourne ist
immernoch klarer Favorit!!
Jetzt seit ihr wieder up to date!!^^
Neueste Kommentare